In den ersten 20 Jahren ihres Bestehens bildete die Hochschule 1260 Filmschaffende aus. Im Studienjahr 74/75 sind 218 Studierende in den Fachrichtungen Regie, Dramaturgie, Film-und Fernsehwissenschaft, Produktion, Kamera, Film- und Fernsehtechnik und Schnitt immatrikuliert. Dazu kommen 10 Absolvent*innen von Schauspielschulen, die sich in in einem 2jährigen Kurs Richtung Film und Fernsehen weiterbilden.
Am 10. Oktober 1974 versammeln sich Studierende und Lehrkörper im Jugendzentrum "Drushba" gemeinsam mit Delegationen aus Prag, Łódź, Bukarest und Budapest sowie Vertreter*innen der Öffentlichkeit, um den 20. Geburtstag der Hochschule mit einem akademischen Festakt zu begehen, bei dem verdiente Persönlichkeiten, wie die Professoren Maetzig, Rodenberg, Hellberg und Wilkening, Ehrenurkunden überreicht wurden, aber auch Karl-Eduard von Schnitzler als Vorsitzender des Gesellschaftlichen Rats der HFF.
Die Festrede hält Kurt Maetzig. Im Anschluss an den Festakt unterzeichnen die Rektoren bzw. Direktoren der Staatlichen Hochschule für Theater, Film und Fernsehen (Łódź), der Film- und Fernsehfakultät der Akademie der musischen Künste (Prag) und die HFF eine Protokoll über künftige Kooperationen, das u.a. den Austausch von Studierenden und die Weiterbildung von Absolvent*innen in Aspiranturen festlegt.
Am Tag darauf beendet ein wissenschaftliches Symposium zu Fragen der Gestaltung menschlicher Beziehungen in der sozialistisch-realistischen Film- und Fernsehkunst der Gegenwart die Festwoche. Mit einer Retrospektive aus 21 Filmen wird dabei Einblick in die filmkünstlerische Arbeit der Hochschule gegeben. “Sie zeigte Filme, die von schöpferischem Ideenreichtum und handwerklichem Geschick zeugen, mit dem junge Menschen darangingen, die Poesie und die Heiterkeit unseres Alltags zu entdecken. Veränderungen im Denken und Verhalten der Menschen aufzuspüren, die Auseinandersetzung mit unserer Zeit anzuregen.” Der Abspann dieser Filme nennt Namen, die in unserem Film- und Fernsehschaffen heute bereits zu den bedeutenden gehören: Konrad Wolf, Jürgen Heimlich, Rolf Losansky, Roland Gräf, Jürgen Böttcher, Werner W. Wallroth, Kurt Tetzlaff", schreibt die Neue Zeit, Berlin, am 17.10.1974.
Anlässlich des 20. Jahrestages der Gründung der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR hat diese unter Verantwortung von Margarete Schmidt eine Publikation herausgegeben mit dem Titel "25 Jahre Deutsche Demokratische Republik. 20 Jahre sozialistische Hochschule für Film und Fernsehen der DDR". Sie enthält eine "repräsentative Auswahl von Artikeln, dokumentalistischen Materialien, theoretischen Arbeiten und Interviews. Sie soll die Geschichte dieser Institution, ihrer Menschen als ausdrucksvolles Moment des Entwicklungsweges unserer sozialistischen DDR, deren 25. Jahrestag ihres Bestehens wir in diesem Jahr feiern, widerspiegeln", so aus der Vorbemerkung. Redaktionsschluss war der 1. Juni 1974.