Am 5. Oktober 1959 versammeln sich die Hochschulangehärigen und Gäste zu einem Festakt anlässlich des Jubiläums “10 Jahre Deutsche Demokratische Republik” und um gleichsam den 5. Jahrestag der Hochschulgründung feierlich zu begehen: Die ersten Absolvent*innen der Fachrichtungen Filmdramaturgie, Schauspiel und Filmproduktion haben bereits im Herbst 1958 ihr Studium beendet und nun folgen die ersten Diplomanden der Fachrichtungen Kamera und Regie. Den Festvortrag hält der stellvertretende Hauptdirektor der VVB Film, Hermann-Ernst Schauer.
In einem Artikel von Produktions-Professor Günter Althaus zum 10-Jährigen (Althaus, Günter, 1960) heißt es: “ Seit ihrem Bestehen ging die Hochschule den Weg, neben der Vermittlung wissenschaftlich-theoretischer Grundlagen, die Studenten aller Fachrichtungen zu schöpferischen Kollektiven zusammenzuführen, um ihnen bereits vom zweiten Studienjahr an die Herstellung eigener Schulübungsfilme aufzutragen. Dadurch wurde versucht, von der praktischen Arbeit her, die Kollektivarbeit des Filmschaffens - denn Filmkunst ist Kollektivkunst - den Studierenden nahzubringen. In den Auseinandersetzungen über eine einheitliche Lehrmeinung setzte sich schon früh die Auffassung durch, daß die Ausbildung prinzipiell über den Dokumentarfilm - auch die Ausbildung zum Spielfilm! - zu gehen habe. Der Dokumentarfilm zwingt die Studenten zur unmittelbaren Beobachtung und Widerspiegelung des Lebens unserer sozialistischen Wirklichkeit.”
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“Bei den Ersten Studentenübungsfilmen 1956 und 1957 waren es überwiegend Themen, die ein ihrer Konzeption und Gestaltung Tendenzen der Beziehungslosigkeit zur sozialistischen Entwicklung erkennen ließen (…), während sich 1959 - im fünften Jahr des Bestehens der Hochschule - deutlich sichtbar die Früchte einer systematischen, marxistisch-leninistischen Erziehungsarbeit zeigten.”
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"Dieses Ergebnis führen wir unter anderem auch darauf zurück, daß mit Beginn des Studienjahres 1958/59 alle Studienbewerber den Nachweis einer ein- bis zweijährigen praktischen Arbeit erbringen müssen, bevor sie zum Studium zugelassen werden. Wie richtig sich die allgemeine Einführung dieser Maßnahme durch das Staatssekretariat für Hoch- und Fachschulwesen herausstellte, beweist eine Reihe von Studierenden, die früher - das ist selbstverständlich - unsere Forderung oft nicht akzeptieren wollten, die jedoch heute das Arbeiten Seite an Seite mit unseren Arbeitern und werktätigen Bauern nicht mehr missen möchten. Sozialistische Filme herstellen heißt, das sozialistische Leben unserer Menschen kennen, bedeutet, mitten im Produktionsprozesß gestanden zu haben und immer wieder dorthin zurückzukehren, um neue schöpferische Kräfte zu sammeln. Deshalb war es für die beiden letzten Jahre der Arbeit an der Hochschule symptomatisch, daß die einzelnen Studienjahrgänge kollektive, auf den Unterricht und die Filmarbeit bezogene praktische Arbeitseinsätze druchführten, um ihre Filmaufgaben vorzubereiten. Sie arbeiteten im Kombinat Schwarze Pumpe, im Steinbruch, in der Ziegelei, in der Wische, in der Landwirtschaft, auf Hochseeschiffen, im Schwermaschinenbau.