Im Oktober 1954 wurde die heutige Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" (HFF) gegründet. 60 Jahrgänge von Studierenden aus Deutschland und der Welt haben seitdem in Babelsberg Filme gedreht, gelernt, geforscht und experimentiert. Dabei mussten sie in jedem filmischen Werk kreative, technische, finanzielle und nicht zuletzt auch (hochschul-)politische Hürden nehmen und Herausforderungen meistern – angefangen beim stetigen Kampf um die künstlerische Selbstbehauptung in der DDR über die gelungene Erneuerung nach der Wende bis hin zur Umsetzung des Bologna-Prozesses auf dem Weg zur Filmuniversität. Doch „Mauern haben uns noch nie aufgehalten“! Dieses Motto – Ergebnis eines studentischen Wettbewerbs – begleitet das Jubiläumsjahr. Es verweist auf die Leidenschaft und Innovationsfreude, mit der sich Studierende, Lehrende und Mitarbeiter*innen alltäglich für den Film und die Ausbildung engagieren, auf Karrieren und Schicksale, Konflikte und Visionen - und immer den Mut, Ungewöhnliches zu wagen und auszuprobieren. Das macht – jenseits aller politischen Systeme und gesellschaftlicher Entwicklungen – Studieren in Babelsberg aus. HFF, das ist die Dynamik einer langen Filmtradition an einem international bedeutenden und deutschlandweit einzigartigen Standort.
Um die Vielfalt der HFF und ihrer Geschichte repräsentieren zu können, werden 60 Jahre HFF nicht mit einem einzelnen Festakt, sondern über das gesamte Jubiläumsjahr hinweg in unterschiedlichsten Events, Veranstaltungen und Projekten begangen, die Tradition, Gegenwart und Zukunft der HFF „Konrad Wolf“ miteinander verbinden sollen.
Den Auftakt macht im Sommersemester eine öffentliche Veranstaltungsreihe unter dem Titel “HFF Reframed”, die die vielen Facetten von studentischem Filmschaffen in Babelsberg präsentiert. Dass sich in den künstlerisch anspruchsvoll gestalteten Studierendenfilmen der letzten 60 Jahre auch Zeitgeist manifestiert, dass sie gelebten Alltag dokumentarisch oder fiktional abbilden und auf diese Weise heute als Dokumente politischer, kultureller und medialer Zeitgeschichte rezipiert werden können, werden nicht nur Filmabende, sondern auch Vorträge und Diskussionsrunden mit erfolgreichen Alumni zeigen.
Um Rückblick und Ausblick zusammenzuführen, war jeder Studiengang vorab dazu aufgerufen, das Jubiläum aktiv wie kreativ in Unterricht und Projekte einzubinden. Ein besonderes Highlight daraus ist ein „Orchester live zur Leinwand“-Abend mit dem Filmorchester Babelsberg im Oktober im Nikolaisaal - realisiert mit Unterstützung der landeshauptstadt Potsdam als Jubiläumsgeschenk. Alle Projekte der Studiengänge werden Hochschule und
Öffentlichkeit am und um den Tag der offenen Tür am 8. November präsentiert.
Auch das Filmmuseum Potsdam als HFF-Institut beleuchtet nach seiner feierlichen Wiedereröffnung am 25. Oktober das eine oder andere Kapitel aus sechs Jahrzehnten Hochschulgeschichte mit Veranstaltungen und Ausstellungen beleuchten.
DOKLeipzig und Filmfestival Cottbus machen ebenso wie internationale Festivals Retrospektiven und Sonderprogramme zu Geschichte und Gegenwart der Hochschule.
Schließlich ist das Jubiläumsjahr auch der Rahmen für einen besonderen Anlass: Im Hochschulvertrag zwischen dem MWFK und der HFF wurde festgelegt, dass „der Statuswechsel von der Kunsthochschule zur Filmuniversität im Jahr 2014 (…) erfolgen“ wird und die
Feierlichkeiten zur Universitätswerdung im Juli stattfinden. In ihrem 60sten Jahr wird die Arbeit der HFF mit dem Schritt zur Babelsberg Filmuniversität „Konrad Wolf“ (BFU) auf besondere Weise gewürdigt.