Nachdem es nicht gelang die gesamtdeutsche „Kulturfilmwoche“ (1955 und 1956) zu etablieren und diese aufgrund von Konzeptionsstreitigkeiten in den Jahren 1957 - 1959 gar nicht stattfand, wird das Festival 1960 mit einem neuen Profil als "Leipziger Kurz- und Dokumentarfilmwoche" wieder ins Leben gerufen und bereits ein Jahr später als "Internationale Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche" vom 11. - 19. November 1961 unter dem Motto „Filme der Welt - Für den Frieden der Welt” durchgeführt. In diesem Jahr reicht dann auch die DHF erstmals Filme ein. 1962 werden die Goldene und Silberne Taube als Hauptpreise eingeführt nach einem Entwurf von Pablo Picasso, den dieser ursprünglich für die Pariser Weltfriedenskongress 1947 angefertigt hatte. 1963 organisiert die DHF im Rahmen des Festivals ein Symposium der Filmhochschulen mit 9 Studierendenfilmen aus Prag, Paris, Belgrad, Budapest, Wien und Babelsberg.
"Dass Leipzig schnell zu einem der wichtigsten Treffpunkte für die internationale Dokumentarfilmszene werden konnte, war kein Zufall. Nach anfänglicher Skepsis unterstützten die DDR-Kulturbehörden das Festival und tolerierten zunächst eine vergleichsweise liberale Ausrichtung. Gerade vor dem Hintergrund des Mauerbaus kam der SED die Strahlkraft des Festivals gelegen. Ähnlich wie bei der jährlichen Frühjahrs- und Herbstmesse konnte man so den internationalen Gästen die angebliche Weltoffenheit des neuen sozialistischen Staates demonstrieren. Das Festival profitierte von dieser Konstellation. Mit großem finanziellen Aufwand wurden Regisseure und ihre Filme aus aller Welt nach Leipzig eingeladen. Sogar neue internationale Dokumentarfilmbewegungen, etwa das Cinéma Vérité aus Frankreich, fanden ihren Weg nach Leipzig. Joris Ivens’ „La Seine a rencontré Paris“ (1960) und Chris Markers „Le joli Mai“ (1963) sorgten für Begeisterung, vor allem unter den jungen DEFA-Regisseuren, die als Absolventen von der Filmhochschule in Babelsberg kamen und in Leipzig mit der internationalen Filmbewegung in Kontakt treten konnten," so Dr. Andreas Kötzing zu den Anfängen. Ab Ende der 60er Jahre kann die Filmhochschule jährlich in einer Sonderveranstaltung während des Festivals die studentischen Dokumentarfilmarbeiten dem Publikum präsentieren. 1971 wird der HFF von Wolfgang Harkenthal eine ehrende Anerkennung für ihren Gesamtbeitrag zuerkannt. 1973 präsentiert die HFF in "Leipzig_information" ein Novum, eine Koproduktion der HFF mit der Staatlichen Hochschule für Film, Fernsehen und Theater der VR Polen: der Film ZWEI KAPITEL über die Arbeit polnischer Werktätiger in der DDR und deutscher Werktätiger in der VR Polen ist die erste Hochschul-Film-Kooperation im internationalen Rahmen überhaupt.