Am 19. Juni 1999 unterzeichneten Hochschulminister*innen und -minister aus 30 europäischen Staaten - aufbauend auf der Sorbonne-Erklärung - eine gemeinsame Erklärung mit dem Ziel, einen vergleichbaren, kompatiblen und kohärenten Hochschulraum in Europa (European Higher Education Area, EHEA) zu schaffen, in dem die Mobilität der Studierenden, Absolvent*innen und Hochschullehrer*innen uneingeschränkt möglich sein soll. Dies war der Startschuss für einen umfassenden Reformprozess in der europäischen Hochschullandschaft, den s. g. Bologna-Prozess - benannt nach der Stadt, in der die Erklärung unterzeichnet wurde: Bologna. Durch ihn sollten die europäische Hochschulbildung weltweit attraktiver und wettbewerbsfähiger gemacht werden. Im Rahmen des Europäischen Hochschulraums vereinbarten alle teilnehmenden Länder Folgendes:
- Einführung eines dreistufigen Hochschulsystems aus Bachelor-, Master- und Promotionsstudiengängen
- die durchgängige Etablierung des European Credit Transfer System (ECTS),
- eine fortlaufende Qualitätssicherung im Hochschulbereich und
- vor allem in Deutschland eine auf Beschäftigungsfähigkeit (Employability) am Arbeitsmarkt zielende Ausrichtung der Studiengänge.
Im Zuge des Bologna-Prozesses begann auch die HFF, sich 2006/2007 mit der Frage der Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen zu beschäftigen. Im Struktur- und Entwicklungsplan 2008 -2012 heißt es dazu: "Die HFF will mit dem geplanten BA/MA-Ausbildungsmodell gleichermaßen auf die in der internationalen Medienlandschaft dominierenden Divergenzprozesse von Spezialisierung einerseits und Entspezialisierung andererseits mit adäquaten Ausbildungsangeboten reagieren. Dies bedeutet für unsere Ausbildungskonzeption:
• eine weniger spezialisierte und an den derzeitigen und zukünftigen Anforderungen des künstlerischen Medienmarktes orientierte Bachelor-Ausbildung;
• eine z.T. spezialisierte und damit eliteorientierte Masterausbildung;
• eine Excellenzausbildung im wissenschaftlichen wie auch im künstlerischen Postgraduiertenbereich. Die HFF wird sich gemeinsam mit anderen Kunsthochschulen für die Einführung und Akzeptanz des Qualifizierungsgrades Dr. phil. in arts einsetzen. (…) Die für diese Studiengänge zu entwickelnden Module werden sich primär an den Bedingungen kunstpädagogischer Prozesse orientieren und damit eine Berücksichtigung der subtilen Verläufe in der Entwicklung und Entäußerung von künstlerischer Kreativität ermöglichen. Die HFF will in der Bachelor-Ausbildung für die Studierenden Schwerpunktsetzungen ermöglichen, die auch auf der Bachelor-Urkunde verzeichnet sein sollen. …"
Die daraufhin erfolgte sukzessive Umstellung aller Studiengänge konnte zum WS 2011/2012 abgeschlossen werden.