"Zeichentrick" wird an der Hochschule seit 1969 gelehrt, zunächst als Studieninhalt im Rahmen des so gennanten Fern- und Externstudiums. Unter Initiative und Mitwirkung von künstlerischen Mitarbeitern des DEFA-Studios für Trickfilme wird 1974 dann eine fachspezifische Ausbildung für “Zeichentrick” und 1981 für “Animation und Design” aufgenommen. Trickfilmproduzent Klausjörg „Jörg“ Herrmann baute in den folgenden zwei Jahren den Studiengang "Animation" auf. Er hatte als Student der Regie und Szenaristik 1971 mit einer Arbeit zum Thema "Animationsfilm - eine besondere Klasse des Trickfilms unter Berücksichtigung seiner Kombination mit Realfilm im DEFA-Studio für Trickfilme Dresden" diplomiert und promovierte nach einer dreijährigen Aspirantur an der HFF im Jahr 1982 an der Humboldt-Universität zu Berlin zum Thema “Animationsfilm – über Genese und Spezifik einer filmischen Gattung”. Unterstützt wird Herrmann von Günter Rätz, der - nachdem er 1981 einen Animatorenlehrgang an der DEFA ins Leben gerufen hatte - als Dozent an die Hochschule kam.
Offiziell gegründet wird der Studiengang zur Ausbildung von "Trickfilmzeichnern" schließlich 1984 und dem damaligen Fachschulbereich angegliedert. Die Erarbeitung einer neuen Ausbildungskonzeption im Jahr 1986 bildet die Grundlage für eine wesentliche Erweiterung der Studieninhalte, die auf eine grundständige, komplexe Berufsausbildung als Animationsfilmgestalter abzielt und die Bereiche Animation, Regie und Design ebenso umfasst wie alle Technologien und Spezialgebiete des Trickfilms.
Nach der Wende wird der Fachschul-Studiengang Animation in einen FH-Studiengang umgewandelt und zieht vom Gebäude in der Babelsberger Karl-Marx-Str. 31 um in die Virchowstraße 25. Peter Blümel kommt als Dozent an die HFF und avanciert zum Studiengangsleiter. In dieser Funktion hält er einen Vortrag beim I. Internationalen Dresdner Symposion zum deutschsprachigen Animationsfilm (6.-9. Mai 1993) zur Animationsausbildung an der HFF - zu der Zeit die einzige grundständige, fachspezifische Hochschulausbildung mit Diplomabschluss (FH) auf dem Gebiet der Animationskunst.
1994 werden der Berliner Trickfilmproduzent Gerhard Hahn und der Computerfilmexperte Ulrich Weinberg als erste Professoren im Studiengang berufen und prägen entscheidend die neue Struktur der künstlerisch-praktischen Ausbildung. Diese orientiert sich bereits an den Empfehlungen des Wissenschaftsrates aus dem Jahr 1991, der die Einrichtung eines Hochschulstudiengangs Animation unter Einschluss des Fachgebietes Computeranimation gegenüber der gegebenen Fachhochschulstruktur als dem Studieninhalt angemessener einschätzte. Auch die Brandenburgische Landeskommission für Hochschulen und Forschungseinrichtungen hatte sich in einer Stellungnahme dieser Einschätzung angeschlossen und ebenfalls die Umwandlung in einen Kunsthochschul-Studiengang empfohlen.
Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Prof. Dr. Johanna Wanka, bestätigt am 18.12.2001 durch ihre Unterschrift, dass die beantragte Umwandlung dem Studiengangs- und Ausbildungsprofil der Hochschule in Lehre und Studium entspricht, und genehmigt die Einrichtung des Kunsthochschulstudiengangs Animation zum Wintersemester 2002/2003. Das modulare Ausbildungskonzept entwickelt Weinberg zusammen mit der 2002 in der Nachfolge von Gerhard Hahn berufenen Trickfilmregisseurin Prof. Christina Schindler.
Die praxisorientierte Ausbildung dieses Studiengangs vermittelt das notwendige Grundlagen- und Spezialwissen zur Arbeit als Animator, Zwischenphasenzeichner, Layouter, Hintergrundmaler, Storyboardzeichner und Figurendesigner. Darüber hinaus trägt das Ausbildungskonzept dem Umstand Rechnung, dass digitale Produktionsmethoden weite Teile der Film- und Fernsehproduktion bereits verändert haben. Den Schwerpunkt des Studiums bildet daher die Verknüpfung der Grundlagen traditioneller Animationstechniken (Disney-Animation, Limited Animation, Experimentelle Animation etc.) mit neuen Technologien (3D-Computeranimation, TV-Design, Virtual Reality, Interaktive Medien, Multimedia, Special Effects, Interactive-TV etc.). Nach einem viersemestrigen Grundstudium ist eine Spezialisierung in allen Genres des traditionellen Animationsfilms sowie im Bereich der digitalen Medien möglich.