Bereits 1989 wurde an der HFF ein Konzept zur Ausbildung von Szenenbildner*innen für Film und Fernsehen vorgelegt. 1991 wird der Studiengang Film- und Fernsehszenografie dann als Hauptstudiengang eingeführt. Zum Wintersemester 1991/1992 können sich Interessierte aus allen Bundesländern für diesen Studiengang bewerben. „Anforderungen zur Gestaltung und Schaffung eines solchen Studiengangs aus den Studios werden seit Jahren damit begründet, daß die Szenografieausbildung an anderen Kunsthochschulen den Bedingungen der Medienpraxis zu wenig entspricht“, heißt es über den geplanten Studiengang in einer „Selbstdarstellung und Bewertung der gegenwärtigen Studiengänge von 1990“.
Als Gegenstand der Ausbildung wird benannt: Konzeptionelle Vorarbeit durch dramaturgische Analyse, historische Einordnung, Entwurfsphase, Erarbeitung einer optischen Konzeption von Grundrissen, Dekorationsmodellen, räumlichen Arrangements, Einstellungsskizzen, Lichtkonzeptionen und Requisitenaufstellungen auf der Grundlage von Kenntnissen und Fertigkeiten in der zeichnerischen, malerischen und plastischen Gestaltung und der Fotografie unter Kenntnis der Bedingungen der Bildaufnahme- und Beleuchtungstechnik für Exterieur und Interieur. Kenntnisse über Regie- und Kameraarbeit, Kenntnisse über filmische und elektronische Bilderzeugung und-bearbeitung, filmische und elektronische Trickverfahren und Videografie und Computerbilder. Ziel des Studiums ist die Fähigkeit zu selbständiger Beherrschung der szenografischen Techniken in der Entwurfs-, Vorbereitungs- und Realisierungsphase mit filmischen und elektronischen Technologien."
Das Konzept für den Studiengang ist maßgeblich Alfred Hirschmeier zu verdanken, der seit 1966 an der HFF lehrend tätig ist, seit 1989 als Honorar-Professor. Hans Hattop schreibt in seinem Antrag für eine Gast-Professur: "Das Konzept für den neu zu gründenden Studiengang Szenografie ist ein über lange Zeit in Herrn Prof. Alfred Hirschmeiers verantwortlicher Führung entwickeltes Projekt. Er ist dessen geistiger Vater und Motor zugleich. Es wurde aus der Einsicht geboren, daß eine Dringlichkeit für diese Ausbildung besteht, wenn die Medienlandschaft nicht in absehbarer Zeit nur noch von verschlissenen Bildreizen beherrscht werden soll." Der Auszug aus dem Vorlesungsverzeichnis offenbart eine Reihe an namhaften Expert*innen, die für die Lehre gewonnen werden konnten: Günther Petzold, Hartmut Jahn, Dietrich Sauter, Hans-Jürgen Frank, Dr. Peter Anders, Matthias Lauk, Dieter Adam, Paul Lehmann, Edith Hanl, Egon Bunne …
Zu den ersten Studierenden gehört Ariunsaichan Dawaachu, der seit April 2010 eine halbe Professur im Studiengang Szenografie an der Filmuni bekleidet. Darüber hinaus sind im ersten Jahrgang Rosa Brunner, Andrea Eisensee, Vera Rdiger, Sylvia Berg, Susanne Hopf, Martina Kohl, Björn NOwak, Uwe Riemer, Bettina Schubert und Manfred Weiler.