Auf Grundlage von Artikel 38 (1) des Einigungsvertrags hat der Wissenschaftsrat vom Herbst 1990 bis zum Sommer 1991 mit Hilfe von Arbeitsgruppen aus eigenen Mitgliedern, Vertretern von Bund und Ländern sowie externen Sachverständigen die ostdeutschen Hochschulen besucht - die Begehung der HFF findet am 09. Oktober 1991 durch die für sie zuständige Arbeitsgruppe statt - und am 24. Januar 1992 seine Empfehlungen verabschiedet. Für die HFF ist dort zu lesen:
"Die Hochschule selbst beabsichtigt im wesentlichen eine Fortführung ihres bisherigen Studienangebotes und seiner Essentials - Verbindung fachtheoretischer Ausbildung mit gleichermaßen handwerklich solider wie kreativer Werkstattausbildung und Zusammenarbeit von Studierenden der verschiedenen Studiengänge in gemeinsamen Produktionsprojekten. Die bisherigen Hochschulstudiengänge sollen deshalb als Kunsthochschulstudiengänge weitergeführt werden. Für die bisherigen Fachschulausbildungsgänge ist die Überführung in Fachhochschulstudiengänge vorgesehen; sie sollen auch innerhalb der HFF verbleiben." (S. 80/81)
Der Wissenschaftsrat konstatiert, dass die HFF "singulär in der deutschen Hochschullandschaft", das Ausbildungskonzept "insbesondere durch das Nebeneinander verschiedenartiger Studiengänge und ihre inhaltliche Verzahnung sowie die Zusammenführung der Studierenden in gemeinsamen Studienprojekten" mit Blick auf die Branche "einleuchtend" und die technisch-handwerkliche Qualität der Ausbildung “bemerkenswert” ist. (S.83)
Der Wissenschaftsrat empfiehlt, die HFF "als Kunsthochschule mit Studiengängen für künstlerische, wissenschaftliche, technische und administrative Tätigkeiten im Bereich von Film und Fernsehen fortzuführen. (...) Die Studiengänge Regie, Kamera, Dramaturgie, Produktion und Schauspiel sollten als Kunsthochschulstudiengänge weitergeführt werden." Auch für die Animation wird die Einrichtung als Kunstochschulstudiengang empfohlen, Schnitt und Ton sollen von Fachschul- zu Fachhochschulstudiengängen werden. Auch der Wunsch der HFF nach besserer technischer und räumlicherAusstattung wird unterstützt.