Prof. Dr. Lea Wohl von Haselberg: "Jüdische Filmforschung ist ein Feld, in dem ich seit Jahren arbeite und das ich entsprechend beobachte. Dort entstehen innovative wissenschaftliche Ansätze, die aber vielfach sehr verstreut sind und gleichzeitig gibt es noch wahnsinnig viele Forschungslücken - man könnte sagen: es gibt in diesem Bereich viel Potential und ebenso viel zu tun. Gleichzeitig ist Autonomie für diese Forschung immens wichtig, weil sie immer wieder tagespolitisch in Anspruch genommen wird und wir hier nicht nur thematischen Engführungen widerstehen, sondern auch die Funktionalisierung jüdischer Themen in filmischen Darstellungen selbst zum Gegenstand machen müssen. Insofern freue ich mich sehr, dass wir mit dem Zentrum heute noch mehr Sichtbarkeit und Mandat für unsere Arbeit erhalten, in diesem Bereich etwas aufzubauen."
„Es ist eine der Aufgaben von Hochschulen, mit den Mitteln der Wissenschaft und der Kunst fundierte und unabhängige Beiträge zum gesellschaftlichen Diskurs zu liefern. Wir als Filmuniversität, die wir um die Macht der bewegten Bilder wissen, weil wir diese lehren und erforschen, sehen dies als unsere besondere Verpflichtung. Audiovisuelles Erinnern ist die Grundlage für Diskurse der Gegenwart und für die Gestaltung der Zukunft. Filmische Bilder speisen unser kollektives Gedächtnis. Das gilt für die jüdische Erinnerungskultur, das gilt für das Erinnern unserer deutsch-deutschen Geschichte und viele Beispiele mehr. Das neue Zentrum mit den Forschungs-, Transfer- und Bildungsaktivitäten der Beteiligten stellt sich der Komplexität von Zusammenhängen und wird auch Beiträge leisten zur Versachlichung von Debatten, die im öffentlichen, politischen und medialen Raum zum Teil einseitig und verkürzt geführt werden. Ich freue mich, dass wir heute den offiziellen Startschuss geben können“, ergänzt Filmuni-Präsidentin Prof. Dr. Susanne Stürmer.