Am 27. Mai übergibt Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Dr. Sabine Kunst die Ernennungsurkunde für eine Heisenberg-Stiftungsprofessur an Dr. Chris Wahl. Er ist damit der erste Heisenberg-Professor, der seine Tätigkeit an einer Kunsthochschule aufnimmt. Seit 2006 werden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des nach dem deutschen Physiker und Nobelpreisträger benannten Heisenberg-Programms exzellente Wissenschaftler*innen dabei unterstützt, sich als Professor*in an einer deutschen Hochschule oder Universität zu etablieren. Dabei ermöglicht die Stiftungsprofessur, an einem frei gewählten Ort ausschließlich nach wissenschaftlichen Exzellenzkriterien bewertete Forschungsprojekte um- und fortzusetzen. 143 Heisenberg-Professuren wurden bis dato bewilligt, darunter nur 12 in den Geisteswissenschaften. »Audiovisuelles Kulturerbe«, das Thema seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit, ist verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt, u.a. durch Initiativen der UNESCO (METROPOLIS war 2001 der erste Film, der zum Weltkulturerbe erklärt wurde), ganz besonders aber aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung, die alle Fragen der Archivierung und Präsentation von Filmen auf eine völlig neue Basis gestellt und ein aktives und damit auch politisches Handeln unumgänglich gemacht hat. Ziel der Heisenberg-Professur ist es, diese Entwicklung künftig ins Zentrum film- und medienwissenschaftlicher Untersuchungen zu stellen. Zu einem ganz wesentlichen Thema wird auch die Entwicklung eines in Deutschland bislang ebenfalls einzigartigen Studiengangs »Filmkulturerbe im digitalen Zeitalter« werden. Die außergewöhnliche Entscheidung der DFG, eine Heisenberg-Professur in einem geisteswissenschaftlichen Fach an die HFF als Kunsthochschule zu vergeben, beruht – neben der Qualität des Wissenschaftlers und seines Forschungsprogramms – zum einen auf dem zum einen auf dem vorbildlichen Neben- bzw. Miteinander von Theorie und Praxis des Filmemachens, zum anderen auf der einmaligen Situation, Hochschule und Filmarchiv bzw. -museum unter einem Dach vereint zu wissen. Hinzu kommt die perfekte Lage direkt neben dem Studio Babelsberg sowie im Einzugsgebiet einer Reihe für dieses Thema relevanter Institutionen. Denn in der Branche setzt sich momentan die Einsicht durch, dass es sich in der digitalen Welt bei der Archivierung von Filmen sowie bei der Präsentation archivierter Filme um Prozesse handelt, die von Beginn einer Filmproduktion an mit geplant und in den Workflow integriert werden müssen. Während es schwierig ist, diese Veränderungen in der kleinteiligen deutschen Filmindustrie schnell umzusetzen, ist die HFF ein idealer Ort, um solche Umstellungen durchzuspielen und zu professionalisieren.