Vor rund 200 geladenen Gästen aus Politik, Medien- und Filmbranche werden am 23. November 1996 in der Studiohalle „Neue West“ in der Medienstadt Babelsberg zwei neue Preise vergeben von der Gesellschaft zur Wahrnehmung der Film- und Fernsehrechte (GWFF) und der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) „Konrad Wolf“: der Erich Kästner-Fernsehpreis für das beste Kinder- und Jugendprogramm (dotiert mit 50.000 DM) und der Förderpreis Bester Absolventenfilm (dotiert mit 25.000 DM) - die s.g. Babelsberger Medienpreise.
• Den Erich Kästner-Fernsehpreis konnte das Team um Regisseur Roland Suso Richter für die WDR- Produktion „Svens Geheimnis“ entgegennehmen. Der Film erzählt die Geschichte eines 12jährigen professionellen Taschendiebes, der eine junge Frau beklaut, die sich am nächsten Tag als seine neue Klassenlehrerin erweist. „Der Film zeigt glaubhafte Charaktere in einer Welt, die nicht steril-ästhetisch ist, wie es die alltägliche TV-Schonkost allzu oft weismachen will“, so Prof. Hans Hattop (HFF) in seiner Laudatio. Zur siebenköpfigen Auswahljury für diesen Preis gehörten Filmemacher, Filmjournalisten und Filmwissenschaftler. Die Schirmherrschaft für den Preis hatte die Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen des Landes Brandenburg, Regine Hildebrandt, übernommen.
• Auch der gekürte beste Absolventenfilm macht laut HFF-Rektor, Prof. Dr. Dieter Wiedemann, Hoffnung für den deutschen Kinder- und Jugendfilm an Film- und Fernsehhochschulen. Mehr als 40 Wettbewerbsbeiträge aus den 6 deutschen Medienhochschulen waren eingegangen. Gekürt wurde Connie Walthers Abschlussfilm an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, „Das erste Mal“. Der Film stellt ein für Jugendliche außerordentlich wichtiges Thema mit Herz und Eigensinn dar. Connie Walther hat ihre Geschichte „dicht und spannend und mit einem eigenwilligen visuellen Konzept erzählt, das gerade Jugendliche anspricht. Vielleicht der Aufklärungsfilm der 90er Jahre“, so Jeannette Eggert (HFF) in ihrer Laudatio. Schirmherr für diesen Preis war der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Steffen Reiche.
Der Geschäftsführer der GWFF, Dr. Ronald Frohne, legt dabei Wert auf die Feststellung, dass dies keine einmalige Preisverleihung war, sondern dass die Gesellschaft damit eine jährliche Förderung von Film- und Fernsehmachern installiert hat. Und tatsächlich sind die Babelsberger Medienpreise bis 2010 eine feste Institution am Standort. Gemeinsam mit dem weiteren Partner, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), stehen sie für eine kontinuierliche Analyse und Bewertung der bestehenden Fernsehangebote für Kinder und Jugendliche sowie eine Ermutigung und Motivation der Studierenden an den Medienhochschulen, um originelle, kreative und innovative Produktionen zu realisieren.
Nach 15 Ausgaben werden die Babelsberger Medienpreise 2010 das letzte Mal vergeben.