Gegründet wird die heutige Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF im Oktober 1954 mit Unterzeichnung der "Verordnung über die Bildung der Deutschen Hochschule für Filmkunst" im Schloss Babelsberg durch den damaligen Ministerpräsidenten Otto Grotewohl und Johannes R. Becher, den Minister für Kultur. Die planmäßige Eröffnung wird mit dem 1.10.1954, die offizielle Gründung ist laut Verordnung mit Wirkung zum 1. November 1954 angegeben. Tatsächlich wird die Hochschule am 5.10.1954 eingeweiht und der Lehrbetrieb am 6.10.1954 aufgenommen. Damit ist die Deutsche Hochschule für Filmkunst (DHF) die erste und bis 1966 auch die einzige Hochschule für künstlerische, administrative und wissenschaftliche Filmberufe in Deutschland. Die DHF wird in Babelsberg in der Nachbarschaft der DEFA-Filmproduktionsbetriebe angesiedelt und nimmt Quartier im Schloss Babelsberg, das zunächst sowohl Internats- als auch Unterrichtsdomizil ist.
Als Beispiel und Vorbilder für die Ausgestaltung dienten das 1919 gegründete Moskauer Gerassimow-Institut für Kinematographie (VGIK), die Film- und Fernsehfakultät der Akademie der Musischen Künste in Prag (FAMU) sowie die Staatliche Hochschule für Film, Fernsehen und Theater Łódź (PWSTiF). Diese unterstützen laut Prof. Dr. Konrad Schwalbe den Aufbau durch "freundschaftlichen Rat" aber auch "durch Lehrpläne, Lehrmaterialien und Gastlehrer". Die DHF gliedert sich - in Anlehnung an das akademische Modell mit Fakultäten und Dekanaten - zunächst in 4 Fachrichtungen, innerhalb derer Klassen nach Fächern und Jahrgängen (Matrikel) gebildet wurden: Filmregie, Dramaturgie (Dramaturgen, Autoren, Kritiker), Kamera, und Produktion (Produktionsleiter, Aufnahmeleiter). Laut staatlichem Stellenplan vom 06.11.1954 startet die DHF mit 15 Angestellten in Wirtschaft, Technik und Verwaltung sowie 21 Lehrkräften. Die theoretische und künstlerische Grundausbildung der zunächst 48 Studierenden leisten Professor*innen, Dozent*innen und Assistent*innen. Für den künstlerischen Fachunterricht werden Klassenleiter*innen und Lehrbeauftragte, für die Betreung der Prüfungs- und Abschlussfilme sowie der theoretischen Abschlussarbeiten Mentor*innen aus der Filmpraxis gewonnen.