Am 8. Februar 1995 treffen sich die Rektoren aller Brandenburger Hochschulen in den Räumen der HFF „Konrad Wolf“, um die Landesrektorenkonferenz (LRK) Brandenburg zu konstituieren. Dazu gehören die Rektoren der Fachhochschule Brandenburg (heute TH), der Technischen Universität Cottbus und der Fachhochschule Lausitz (heute fusioniert zur B-TU), der Fachhochschule Eberswalde (heute HNE), der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder, der Universität Potsdam, der Hochschule für Film und Fernsehen, der Fachhochschule Potsdam sowie der Technischen Fachhochschule Wildau (heute TH). Der Leiter der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Bernau genießt Gastrecht in der LRK. In den Vorstand der LRK werden Prof. Dr. Hans Weiler (Viadrina) als Vertreter der Universitäten inkl. der HFF sowie Prof. Dr. Helmut Knüppel (FH Potsdam) als Vertreter der Fachhochschulen gewählt.
Mit der Neugründung wird sich ein gemeinsames Vorgehen zum Ziel gesetzt in den Fragen, die alle Brandenburger Hochschulen betreffen. Auch gegenüber der bundesweiten Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sollen gemeinsame Interessen verstärkt zur Geltung gebracht werden.
Besonders drängende hochschulpolitische Themen werden bereits in dieser ersten Sitzung diskutiert. Eine Forderung der Rektoren betrifft die Notwendigkeit zügiger Fortschritte im Hochschul- und Wohnheimbau des Landes, insbesondere angesichts der zu erwartenden Studierendenzahlen. Besonders auf Planungssicherheit in diesem Bereich und auf die Beteiligung alternativer Bau- und Finanzträger wird größter Wert gelegt.
Die Rektoren betonen den großen Nachholbedarf des Landeshaushalts im Bereich Wissenschaft und Forschung gegenüber anderen Bundesländern. Eine Erhöhung des Anteils der Ausgaben für Wissenschaft und Forschung sei auch im Interesse des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes Brandenburg unabdingbar. Auch sei die Personalausstattung der Hochschulen mit den in den Gründungsdenkschriften vorgesehenen Stellen dringend voranzutreiben. Die LRK schlägt eine Vereinfachung und Beschleunigung des Verfahrens bei Berufungen und Ernennungen vor, da hier durch interministerielle Koordinierungsprobleme oft Verzögerungen entstehen. Mit einem beschleunigten Verfahren soll auch erreicht werden, daß die Brandenburger Hochschulen auf dem angespannten Arbeitsmarkt für erstklassige Wissenschaftler attraktiv bleiben.
Weitere vordringliche Fragen, mit denen sich die Landesrektorenkonferenz bei der darauf folgenden Sitzung im Mai beschäftigen wird, sind die der Hochschulautonomie, der Evaluation der Lehre und der Novellierung des Brandenburger Hochschulgesetzes.
Zwischenzeitlich zur BLRK umfirmiert, wird der Zusammenschluss im September 2021 erneut umbenannt zur Brandenburgischen Landeskonferenz der Hochschulpräsidentinnen und –präsidenten (BLHP). Mit dem neuen Namen stärkt sie die Geschlechter-Inklusivität und kommuniziert klar ihre Rolle mit Blick auf den Umstand, dass von den zehn staatlichen Hochschulen in Brandenburg sieben von Frauen und drei von Männern geleitet werden – alle sind Präsidentinnen, bzw. Präsidenten. Das Recht, dass Professorinnen und Professoren der eigenen Hochschule sich „Rektorin“ bzw. „Rektor“ nennen dürfen, nimmt keine der Hochschulen in Anspruch.