Aus dem 1951 zunächst ohne ministeriellen Status gegründeten „Staatssekretariat für Hochschulwesen“ (ab 1958 „Staatssekretariat für Hoch- und Fachschulwesen“) wird 1967 das „Ministerium für das Hoch- und Fachschulwesen der DDR (MHF)“ - nunmehr auch mit ministeriellem Status. Das Ministerium ist mit dem Erlass verschiedener Grundsatzdokumente und Direktiven für die langfristige Entwicklungsplanung im gesamten Hoch- und Fachschulbereich zuständig. Unter Beachtung der Vorgaben der staatlichen Plankommission und des Finanzministeriums konzipierte das Ministerium die jährlichen Studierendenzahlen, Haushaltsmittel und Investitionen sowie Personalbedarf und Lohnzahlungen. Darüber hinaus nimmt es auch bestimmenden Einfluss auf die Grundlagen und Inhalte der universitären Ausbildung, der Forschung und der Qualifizierung von Hoch- und Fachschulkadern. Organ des Ministeriums ist die Zeitschrift “Das Hochschulwesen”.
Leiter sind zunächst die Staatssekretäre Gerhard Harig (22. April 1951 bis 26. April 1957), Wilhelm Girnus (26. April 1957–1962) und Ernst-Joachim Gießmann (1962–1967), letzterer auch als Minister (1967–1970), gefolgt von Minister Hans-Joachim Böhme (1970–1989). Mit der Wende wird das Ministerium aufgelöst. In der Regierung Modrow besteht ab dem 18. November 1989 das Ministerium für Bildung unter Minister Hans-Heinz Emons als Nachfolgeorganisation. Im neuen Land Brandenburg ist die zuständige Behörde das “Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK)” mit den Minister*innen Hinrich Enderlein, FDP (1990 -1994), Steffen Reiche, SPD (1994 -1999), Wolfgang Hackel, CDU (1990 - 2000), Johanna Wanka, parteilos, CDU (2000 - 2009), Martina Münch, SPD (2009 - 2011), Sabine Kunst, parteilos (2011 - 2016), Martina Münch, SPD (2016 - 2019) und Manja Schüle (seit 2019).
Ernst-Joachim Gießmann (stehend) auf der Sitzung des DDR-Staatsrates am 4. Oktober 1968 unter Leitung des Vorsitzenden Walter Ulbricht: (v. l. n. r.) Hans-Joachim Böhme, Johannes Hörnig, Kurt Hager, Max Steenbeck, Gerhard Schürer
Auf den engen Zusammenhang zwischen der 3.Hochschulreform und dem Perspektivplan 1971-1975 wies der Minister für das Hoch- und Fachschulwesen, Prof. Dr. Ernst-Joachim Gießmann (stehend), in seinen Ausführungen auf der 12. Sitzung des Staatsrates am 4.10.68 hin. Als Gäste waren u.a. geladen: (v.ln.r.) der Staatssekretär und 1. Stellvertreter des Ministers für das Hoch- und Fachschulwesen, Hans-Joachim Böhme, das Mitglied des ZK und Leiter der Abteilung Wissenschaft beim ZK der SED, Joahnnes Hörnig; das Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK der SED, Prof. Kurt Hager; der Vorsitzende des Forschungsrates der DDR, Prof. Dr. Dr. h.s. Max Steenbeck und das Mitglied des ZK der SED und Vorsitzender der Staatlichen Plankommission, Gerhard Schürer. Der Vorsitzende des Staatsrates, Walter Ulbricht, leitete die Beratung, in der die geleistete Arbeit eingeschätzt und Schlußfolgerungen für die sozialistische Erziehung und Ausbildung der Studierenden zu fachlich und politisch hochqualifizierten Wissenschaftlern gezogen wurden.
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