Mit Redaktionsschluss zum 30. November 1980 werden unter dem Titel “Studieren. Produzieren. Gestalten. Die Ausbildung an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR” ausführliche Studieninformationen für das Jahr 1981 veröffentlicht. Dort zu lesen: “Vornehmste Aufgabe der HFF ist die Heranbildung sozialistischer Künstlerpersönlichkeiten, die, reich an Ideen und Gefühlen und ihrem Volke verbunden, mit ihrer Kunst in Verantwortung für das geistige Leben der Gesellschaft bereichern. Die Verantwortung für das geistige Profil und die künstlersiche Potenz der jungen Künstlergeneration im Film und Fernsehen verlangt von der Hochschule sorgsamen Umgang mit dem für schöpferische Berufe Wichtigsten: dem Talent, das oft schwer zu erkennen, oft schwierig zu entwickeln ist und auch wieder erlöschen kann. Talente bedürfen eines besonderen Klimas, damit sie wachsen, erblühen, heranreifen.”
In der kurz darauf 1981 veröffentlichten “Arbeitsordnung für die Mitarbeiter der HFF” gehört das Folgende zu deren Hauptaufgaben: "In Verwirklichung der Hochschul- und der Kulturpolitik der Partei der Arbeiterklasse und der Regierung hat die Hochschule planmäßig in der Ausbildungs- und Erziehungsarbeit Nachwuchskader für das Fernsehen und das Filmwesen der DDR zu entwickeln, die sich durch einen festen Klassenstandpunkt, politisch-ideologische Klarheit auszeichen, bereit und fähig sind, in ihrer künftigen Tätigkeit mit künstlerischen und publizistischen Werken das Profil des sozialistischen Films und Fernsehens mit uns zu prägen."
Über diese Zeit Anfang der 80er schreibt Egbert Lipowski: "Noch immer wollten Zensoren an der Schule unbequeme Wahrheiten verhindern. An Studenten wie Petra Tschörtner, Thomas Heise, Herwig Kipping, Hans-Ulrich Michel, Studenten mit großer Lebensneugierde und unangepasster Begabung, hefteten sich ein Dutzend Denunzianten im Dienst der Stasi." Zu Petra Tschörtner führt er aus: "Quelle IM "Prager" schrieb am 15.2.83 über Tschörtner: " ... Ihr Grundanliegen ist es, die negativen Seiten des Lebens zu zeigen, Hauptinteresse hat sie an den zwischenmenschlichen Beziehungen, bei denen sie scheinbar wenig Gutes entdecken kann, wie sie auch in ihrem Diplomfilm zeigt. Dort fällt sie ein vernichtendes Urteil über die Ehe, indem sie drei mißglückte Ehen zeigt, mit unterschiedlicher Problematik, aber nach Meinung der T. typisch für unser Land und hauptsächlich vorhanden...Maßnahmen: Aufklärung der Verbindungen, Vorhaben der T. durch IM "Klaus", IM "Ulrich", IM "Benni" ..." (Schättle, Horst, 2004, S. 91/92)