Die bestehende Struktur und das Angebot zum Mai 1990 kann einer Informationsbroschüre entnommen werden, u.a. auch mit einer Aufstellung vorhandener Technik, Raumangebot, Mensaversorgung und Wohnheime. Als öffentliche Hochschule muss zunächst die innere Organisation an das bestehende bundesdeutsche Hochschulrahmengesetz angepasst werden. Entsprechend der “Verordnung über Hochschulen (vorläufige Hochschulordnung)” vom 18. September 1990 (GBl. I Nr. 63 S. 1585) wird eine Rahmenzugangsordnung erlassen sowie Studien- und Prüfungsordnungen für die Studiengänge "unter knapper Terminierung überarbeitet, um sie den erwarteten Standards bundesdeutscher Einrichungen anzugleichen" (Panse an Enderlein am 28.01.1991)
Die Struktur der Hochschule stellt sich im Oktober 1990 nunmehr aufgeteilt in Abteilungen wie folgt dar:
- Abteilung 1 (Hochschulbereich) mit den Studiengängen Regie, Kamera, Schauspiel;
- Abteilung 2 (Hochschulbereich) mit den Studiengängen Film- und Fernsehproduktion, Dramaturgie/Filmwissenschaft und Institut für Medienforschung (1990-1993);
- Abteilung 3 (Fachschulbereich): Bisherige Fachschulrichtungen Animation, Ton und Schnitt sowie auslaufende Fernstudiengänge mit Fachschulabschluss.
Dazu kommen der Bereich Kultur- und Sozialwissenschaften, die Hochschulbibliothek und das Produktionszentrum. Zum Wintsersemester 1990/91 werden 199 Studierende im "Direktstudium" in den 3 Abteilungen verzeichnet sowie 103 im s.g. "Fern- bzw. Externstudium".
Mit Wirkung vom 17.12.1990 beschließt die neue Landesregierung die Fortführung der Hochschule für Film und Fernsehen als unmittelbare Einrichtung des Landes Brandenburg (gemäß Art. 13, Abs.1, Satz 1 und 4 des Einigungsvertrages) und unterstellt sie dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK).
Die "Dokumentation" zum Übergang der HFF in die Trägerschaft des Landes weist die Eigentums- und Nutzungsverhältnisse der Liegenschaften, die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben aus und vermerkt Hinweise zur Abreitsrechtslage und spezielle Verwaltungsfragen. Explizit werden bereits die folgenden avisierten Neuerungen erwähnt: die geplante Einführung des Studiengangs Szenografie ab 1991, die Eingliederung des Fachschulbereichs mit seinen Studiengängen in die Hochschulausbildung und die Wiedereinführung des jährlichen Immatrikulationsrhythmus für die Studiengänge Regie, Kamera, Dramaturgie/Film- und Fernsehwissenschaft inkl. Erweiterung der Studierendenzahlen.
In seiner Regierungserklärung verkündet Ministerpräsident Manfred Stolpe zudem, dass die HFF in das Konzept zur Schaffung eines europäischen Medienzentrums in Potsdam-Babelsberg zu integrieren sei.