Beim VIII. Parteitag der SED vom 15. bis 19. Juni 1971 verkündet Erich Honecker, der neue Erste Sekretär des SED-Zentralkomitees, der kurz zuvor Walter Ulbricht abgelöst hat, die "Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik" als neuen politischen und wirtschaftlichen Kurs des SED-Regimes. Auch das DDR-Fernsehen wird von ihm thematisiert verbunden mit der Forderung „die Programmgestaltung zu verbessern, eine bestimmte Langeweile zu überwinden, den Bedürfnissen nach guter Unterhaltung Rechnung zu tragen.“
Der thematische Rahmen dafür wird auf der 6. Tagung des ZK der SED am 6. und 7. 7. 1972 präzisiert im zum Beschluss erhobenen Referat von Kurt Hager "Zu Fragen der Kulturpolitik der SED". Als „die verschiedenen Elemente der sozialistischen Kultur“ benennt er „die sozialistische Arbeitskultur, den Schutz und die Gestaltung der Umwelt, die Kultur in den menschlichen Beziehungen und im persönlichen Lebensstil, die Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Weltanschauung und ihre Verbreitung im Volk, die Förderung von Wissenschaft und Bildung, die Pflege des humanistischen Kulturerbes und seine Aneignung durch die Werktätigen, den Aufschwung der Kunst und ihre gesellschaftliche Wirksamkeit, die Entwicklung aller schöpferischen Begabungen und Talente des Volkes“. Und mit Blick auf die künstlerischen Lehranstalten konstatiert er: " Vor allem ist es dringlich, Bedingungen, Qualität und Effektivität der Ausbildung an den künstlerischen Lehranstalten gründlich daraufhin zu überdenken, wie höhere Maßstäbe angelegt werden können und besonders die Ausbildung von Spitzenkräften für das musikalische Schaffen, das Theater, die Filmkunst, die Unterhaltungskunst und andere Kunstgebiete systematisch gefördert wird."