Am 19. September 2016 tritt mit der amtlichen Bekanntmachung die "Promotionsordnung der Fakultät I der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF zur Durchführung der wissenschaftlich-künstlerischen Promotion vom 23.05.2016" in Kraft. Die aus einer wissenschaftlichen Dissertation und einem künstlerischen Forschungsprojekt bestehende Promotion ist ein Novum in der deutschen Forschungslandschaft. Sie ist zunächst begrenzt auf die Studiengänge Film- und Fernsehproduktion, Drehbuch/Dramaturgie sowie Filmkulturerbe.
Die z.B. in Großbritannien, Österreich, Skandinavien, den USA und Australien längst etablierte Qualifikation erschließt der Forschung wichtige künstlerische und gestalterische Reflexions- und Erkenntnispotentiale. Mit der wissenschaftlich-künstlerischen Promotion, ergänzend zum seit 2001 bestehenden wissenschaftlichen Promotionsrecht im Fach Medienwissenschaft, schließt die Filmuniversität an internationale Standards an. Die Möglichkeit wissenschaftlich-künstlerisch zu promovieren, spiegelt das an der Filmuniversität etablierte erweiterte Forschungsverständnis, das Wissenschaft und Kunst als gleichberechtigte Formen erkenntnisgenerierenden Denkens und Handelns zusammenführt.
Die Filmuniversität baut ihre Forschungskompetenz damit weiter aus und kommt ihrem Ziel näher, international eine der ersten Adressen für filmbezogene Forschung zu werden und so die mediale Zukunft führend mitzugestalten. Promotionsthemen könnten sich beispielsweise im Bereich neuer – auch transmedialer und interaktiver – Erzählformen oder in der Verbindung technologischer Anwendungen mit innovativen Inhalten bewegen. Andere Beispiele sind die Zugänglichmachung von Filmarchiven über neue digitale Plattformen und Schnittstellen, die Erforschung immersiver Medienformate (z.B. 360° Bild und Ton, Virtual und Augmented Reality) oder auch neue Wertschöpfungs- und Geschäftsmodelle für innovative Medienprodukte.
Für Promovierende des ersten Jahrgangs schreibt die Filmuniversität ein auf drei Jahre befristetes Graduiertenstipendium für die wissenschaftlich-künstlerische Promotion aus.