Der Dokumentarfilm begleitet die drei straffällig gewordenen Jugendlichen Imo (22), Jano (17) und Marcel (25) am Tag ihrer Entlassung aus der JVA Wriezen (Brandenburg) und über die folgenden drei Jahre. Die drei jungen Protagonisten sind auf den ersten Blick sehr unterschiedlich. Da ist Jano, der kleinkriminelle Drogendealer vom Dorf. Dann Imo, dem nicht nur seine Aggressionen, sondern auch jede andere Gefühlsregung vom Gesicht abzulesen ist. Und schließlich Marcel, der für den Mord am 16-jährigen Marinus aus Potzlow verurteilt wurde.
Das neue Leben der drei Jungs beginnt am Bahnhof von Wriezen, wo sie alle mit den gleichen Wünschen in ihr neues Leben starten: eine Arbeitsstelle, eine Wohnung, eine Freundin. Drei einfache Begriffe. Es ist die Sehnsucht nach Sicherheit, Geborgenheit, Anerkennung und Liebe. Doch schon der Tag der Entlassung gestaltet sich ganz unterschiedlich…
Was fordert das Leben in unserer Gesellschaft von jedem einzelnen? Welche Voraussetzungen muss man haben, um ein selbstbestimmtes, erfolgreiches Leben zu führen? Ist der Tag der Entlassung eine Chance auf ein neues Leben oder bleibt man für immer ein Knacki, den Anforderungen des Lebens nicht gewachsen?
Fernab von Voyeurismus begleitet NACH WRIEZEN drei Menschen auf dem Weg der Resozialisierung – drei Menschen, die ihren Alltag bewältigen müssen, ohne erneut straffällig zu werden, und dabei weitere Niederlagen einstecken müssen. Der unaufdringliche wie eindrucksvolle Film wurde 2015 mit dem Grimme-Preis in der Kategorie "Information & Kultur" ausgezeichnet.
Dokumentarfilm, 88 Minuten