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Jürgen Böttcher (* 8. Juli 1931 in Frankenberg/Sa.) - alias Strawalde - gilt als einer der bedeutendsten Dokumentarfilmer und oppositionellen Maler der DDR. Aufgewachsen in Strahwalde in der Oberlausitz, studierte er zunächst von 1949 bis 1953 Malerei an der neuen Hochschule für Bildende Künste Dresden. Danach blieb er als freischaffender Künstler in Dresden und unterrichtete in Volkshochschulkursen unter anderen A. R. Penck, Peter Makolies, Peter Graf und Peter Herrmann, mit denen er die Künstlergruppe Erste Phalanx Nedserd bildete. Nach der Teilnahme an einer Gruppenausstellung in West-Berlin wurde Jürgen Böttcher 1961 aus dem Verband Bildender Künstler der DDR ausgeschlossen, was ihm eine weitere berufliche Tätigkeit als Maler in der DDR fast unmöglich machte. Seit Mitte der 1970er Jahre hatte er wieder bessere Möglichkeiten, als Maler tätig zu sein und hatte Ausstellungen mit seinen Bildern und Grafiken unter anderem in Erfurt, Berlin, Dresden und Karl-Marx-Stadt, seit 1990 auch in Paris, Brüssel, Toronto, Hamburg, München, Köln und Darmstadt. Heute befinden sich Jürgen Böttchers Bilder u.a. in folgenden öffentlichen Sammlungen: Nationalgalerie Berlin, Sammlung Deutscher Bundestag im Reichstagsgebäude, Dresdner Albertinum, Dresdner Residenzschloss, Wiener Albertina, Bibliothèque nationale de France, Museum Ludwig, Boston Public Library.
Jürgen Böttcher gehörte zu den ersten Studierenden an der neu gegründeten Hochschule für Filmkunst in Potsdam Babelsberg, absolvierte dort ab 1955 ein Regiestudium. Bereits mit seinem ersten Studentenfilm DER JUNGE MIT DER LAMPE (1957) erregte er einiges Aufsehen in der Hochschule, sein Abschlussfilm NOTWENDIGE LEHRJAHRE (1960) stellte kritisch den Alltag in einem Jugendwerkhof dar. Nach dem Abschluss 1960 war er bis 1991 festangesteller Mitarbeiter beim DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme in Berlin. Er drehte über 40 Filme, die meisten davon Dokumentarkurzfilme. Auch sein einziger Spielfilm JAHRGANG 45 (1965), in dem er in neorealistischer Weise den Alltag junger Menschen in Berlin beschrieb, wurde nach dem berüchtigten Kahlschlag-Plenum noch in der Rohschnittphase abgebrochen. In seinem letzten Film in der DDR DIE MAUER (1990) dokumentierte Jürgen Böttcher deren langsames Verschwinden. Danach konnte er nur noch einen Film KONZERT IM FREIEN (2001) drehen.
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