Das Jahr 1969 steht auch an der DHF unter dem Eindruck der Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der DDR am 7. Oktober. Zur Veranstaltung der Feierlichkeiten wurden "Sozialistische Wettbewerbe" ausgerufen, so auch vom Minister für Hoch- und Fachschulwesen. "Um Wettbewerbslorbeeren zum 20. Jahrestag der DDR bewirbt sich auch die Fachrichtung Schauspiel. Sie inszenierte "Eine Seemannsliebe", ein Stück, das Absolventen der Filmhochschule - Manfred Freitag und Joachim Nestler - geschrieben haben", ist in der Märkischen Allgemeinen vom 14.10.1969 zu lesen.
"...Wie eng die Studenten ... in das Hochschulgeschehen einbezogen werden, beweisen die Ergebnisse des jüngsten Hochschulwettbewerbs. Dieser Vergleich zwischen Kollektiven und zwischen einzelnen künftigen Regisseuren, Szenaristen oder Dramaturgen brachte beispielsweise 70 konkrete Vorschläge für die Gestaltung von Kurzfilmen verschiedener Genres, 40 Themen wurden davon in den Plan aufgenommen, auf dessen Grundlage der Fernsehfunk mit Beginn des Jahres 1970 ... Filmbeiträge ... der Hochschule senden wird," schreibt die Märkische Union am 2.11.1969.
Einer der Filme, die im Rahmen des Wettbewerbs entstehen, ist AUFTRAG FÜR MORGEN: Vorwiegend in Form eines Dokumentes wird versucht, die durch die 3. Hochschulreform aufgeworfenen Fragen der Umprofilierung der Lehrstätten an einem Beispiel zu behandeln, den gesellschaftlichen Prozess: Hochschulreform in das System der sozialistischen Gesellschaft einzuordnen. Es ist der erste Film in der DDR, der dieses Thema aufgreift - am Beispiel der Universität Rostock, speziell ihrer Sektion Schiffstechnik mit ihren Verbindungen zur sozialistischen Wirtschaft, insbesondere zur Warnow-Werft. Der Film zeigt, wie breite Kreise der Bevölkerung, Studierende, Lehrkräfte, Partei- und Staatsführung gemeinsam um die Durchsetzung der 3. Hochschulreform ringen. Dabe geht es letztlich um die Absolvent*innen von morgen, um die Entwicklung von “sozialistischen Persönlichkeiten”. Aus dem Abspann: "Dieser Film ist eine Gemeinschaftsarbeit von Studenten, Absolventen und Dozenten der Hochschule für Film und Fernsehen der Deutschen Demokratischen Republik. Ein Film zu Ehren des 20. [zwanzigsten] Jahrestages unserer Republik : Studienjahr 1968/69." Zum Drehbeginn berichtet die Ostsee-Zeitung am 27.6.1969: "Dreharbeiten haben begonnen. Regie führt Diplomand Ulrich Weiß, an der Kamera steht Jürgen Lenz, das Szenarium schrieb Helga Schütz. Dieser Film ist ein Beitrag im Wettbewerb zum 20. Jahrestag unserer Republik. Er wird während der III. Zentralen Leistungsschau des Hoch- und Fachschulwesens der DDR im November in Rostock-Schutow gezeigt."
Am 11. Oktober 1969 widmet die Hochschule dem 20 Jahrestag der DDR darüber hinaus eine Matinee im Babelsberger Thalia Filmtheater. Mit sieben Kurzfilmen, die aktuell von Studierenden im 1. und 2. Studienjahr gedreht wurden, geben diese Kommilitonen, Lehrkräften und Gästen einen Einblick in die Ausbildung.