Das älteste Filmmuseum Deutschlands ist seit vier Jahrzehnten im Marstall beheimatet, dem ältesten Gebäude in Potsdams historischer Innenstadt. Mit seinem Kino, den Ausstellungen und Sammlungen bewahrt und vermittelt es das filmische Erbe der über 100jährigen Geschichte des Film- und Medienstandorts. Fünf politische Systeme umfasst diese Epoche – Kaiserzeit, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, DDR, Gesamtdeutschland – und ebenso den Wandel der Studios und Firmen von der Bioscop über Ufa und DEFA bis zum Studio Babelsberg. Die Geschichte filmtechnischer Innovationen und Gewerke gehört dazu, zahllose Künstlerbiografien und natürlich die Filme selbst, die – vor den Toren der modernen Großstadt Berlin produziert – unser Leben mit Bildern, Tönen und Geschichten - begleitet haben.
Im Jahr 2021 blickt das Filmmuseum Potsdam auf die eigene, vierzigjährige Geschichte zurück. Als Filmmuseum der DDR wurde es 1981 im eigens dafür restaurierten Marstall teileröffnet; der Kino- und Ausstellungsbetrieb wurde anschließend mehrfach durch bauliche Veränderungen und technische Nachrüstungen erweitert und modernisiert. Mittlerweile ist das Filmmuseum Teil des historischen Bauensembles im Zentrum der Stadt, vis-à-vis vom wiederaufgebauten Stadtschloss und in Nachbarschaft mehrerer Museen und Wissenschaftseinrichtungen. Mit seinen Ausstellungen - vier Dauerausstellungen zur Filmgeschichte in Babelsberg, 127 Sonderschauen zu nationalen und internationalen Themen, 80 Foyerausstellungen - und seinem hochrangigen Kinoprogramm mit internationalen Gästen sowie Teilnehmer*innen aus Schulen, Kitas und Bildungseinrichtungen, die die Medienbildungsangebote nutzten, zog das Haus regional, national und überregional über drei Mill. Besucher*innen an. Dazu kommen 3 Millionen Besucher*innen, die die Familienschauen zum Sandmann, zur Sendung mit der Maus und Die Digedags auf ihren Reisen durch die Republik erzielten.
Mit gleich zwei Jubiläumsausstellungen – im Foyer des Marstalls und digital auf der Website – lässt das Haus die zentralen Ereignisse Revue passieren.
Die Foyerausstellung, kuratiert von Dorett Molitor, erzählt von der ersten Filmtechnikausstellung, mit der 1981 eröffnet wurde, von der Schnelligkeit, mit der das Museum ab den 90erJahren wuchs, als man aus den Studios der aufgelösten DEFA Objekte und Dokumente für die Sammlung barg. Erinnert wird an die Euphorie mit der man damals viel Publikum und internationale Gäste anzog, mit streitbaren Ausstellungen ebenso wie mit den ersten Familienausstellungen. Auch institutionelle Veränderungen werden erläutert, die wichtigste: der Anschluss an die Filmuniversität Babelsberg 2011. Außerdem geht es um die unmittelbare Zukunft, etwa den im Entstehen begriffene Archivneubau mit öffentlich zugänglichem Schaudepot, den die ständig wachsenden Sammlungen bald am Medienstandort Babelsberg beziehen. Präsentiert werden Plakate, Erinnerungsstücke und eine Auswahl von Dokumenten.
Bei der von Elena Baumeister kuratierten Virtuellen Ausstellung sprechen aktuelle und ehemalige Mitarbeiter*innen in kurzen Videoporträts über ihre persönlichen Werdegänge, Projekte und Arbeitsbereiche. Sie teilen ganz besondere Erinnerungen an ihre Zeit am Filmmuseum Potsdam und sprechen über ihre Vision für die Zukunft der verschiedenen Bereiche Ausstellungen, Kino, Sammlung und Vermittlung. Die Erzählstränge werden von digitalen Exponaten wie Ausstellungsplakaten, Objektfotografien, Videos, Aufnahmen von Veranstaltungen sowie Ansichten des Gebäudes ergänzt.