An der DHF entfaltet die 1965 initiierte 3. Hochschulreform ihre volle Wirkung erst 1969 mit der Umsetzung von Strukturreformen. So kommt man der allgemeinen Forderung nach Einführung von “Sektionen” sowie der Etablierung eines “Wissenschaftlichen Rats” und eines “Gesellschaftlichen Rats” nach. Entsprechend des Status der Kunsthochschule wird an der HFF ein “Künstlerisch-Wissenschaftlicher Rat” berufen - zusammengesetzt aus gewählten Hochschullehrenden und Studierenden. Er hat die Befugnis zu akademischen Berufungsverfahren sowie zur Verabschiedung von Grundsatzentscheidungen in Lehre und Forschung. Damit löst er den Senat als höchstes Gremium ab. Dieser ist nun vielmehr ausführendes Organ des Rates zwischen dessen Plenartagungen bzw. der Hauptversammlung (Konzil) aber auch kollegiales Beratungs- und Leitungsorgan des Rektors.
Auch der “Gesellschaftliche Rat” konstiutiert sich Ende Dezember 1969. Durch ihn sollen verschiedene gesellschaftliche Gruppen sowie die Praxis Einfluss auf die Hochschule erlangen. Ziel ist u.a. die Kontrolle der politisch-ideologischen Entwicklung der Hochschule, auch wenn er eigentlich nur eine beratende Funktion hat. Eine Berufung zum Vorsitzenden durch den stellvertretenden Minister für Kultur erhält Karl-Eduard von Schnitzler - Chefkommentator des DDR-Fernsehens sowie Autor und Moderator der politisch-agitatorischen Fernsehsendung "Der schwarze Kanal". "22 namenhafte Persönlichkeiten, Vertreter der gesellschaftlichen Organisationen, Betriebe und Brigaden" gehören dem Gremium an. (Märkische Volksstimme 7.1.1970). Die eingeführten Sektionen werden 1974 wieder aufgehoben, der Gesellschaftliche Rat folgt im Jahr 1978, nachdem sich die Nutzlosigkeit dieser Einrichtungen an einer künstlerischen Hochschule herausgestellt hatte.