Allerdings zeigte sich, dass die Brandenburgische Landesregierung noch nicht vollständig bereit war, diesen Schritt zu gehen. Zu Beginn des Jahres 2009, am 28. Januar, kam eine Antwort der Wissenschaftsministerin an den Präsidenten Wiedemann mit weiteren Voraussetzungen, die erfüllt sein müssten, um der HFF Universitätsstatus zu verleihen: Gefordert wurde darin, die Voraussetzungen zu schaffen, dass auch für künstlerische Studiengänge ein Promotionsrecht möglich ist, eine wissenschaftliche Fakultät mit mindestens zwei wissenschaftlichen Studiengängen eingerichtet wird und dass die Grundlagenforschung und Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen ausgebaut werden.
Letztlich wurden hiermit gewichtige neue Auflagen gemacht, die die Hochschule zunächst bearbeiten musste. Sie macht sich umgehend ans Werk: Im August 2009 verfasst Dieter Wiedemann ein Schreiben an die Ministerin Wanka, in dem er den Weg zur Einrichtung einer dritten Fakultät skizzierte – der entsprechende Senatsbeschluss war demnach im Juni 2009 gefallen, die Einführung erfolgte zu Anfang 2010 – sowie die Einführung des Bachelorstudiengangs Digitale Medienkultur und die weitere Fortführung der Umstellung im Bolognaprozess. In der Zielvereinbarung zwischen MWFK und HFF 2010 – 2012 wird die Universitätswerdung ebenfalls thematisiert. Die Ambition der Hochschule war damit klar formuliert und entwickelte sich zunehmend zu einer Frage auch nach der konzeptionellen Qualität der Hochschulentwicklung.
Auch der Tätigkeitsbericht des Landeshochschulrates für die Jahre 2008/2009 von Dezember 2009 griff das Thema in einer Anlage 3 auf:
“Auch jetzt schon verfügt die HFF über die mit ihrem Profil verknüpfte wissenschaftliche Kompetenz, die integrativ allen Studiengängen eine besondere Qualität verleiht und die mit der Überschrift „Auf dem Weg zur Universität“ richtig beschrieben ist.”
Zugleich belasteten der langwierige Prozess und die wachsenden Auflagen zunehmend die hochschulinterne Debatte. In einem nichtöffentlichen Papier „Universitätswerdung – Pro- und Contraströmungen in der HFF / Analyse über interne Beweggründe der Universitätsbestrebung“ wird dargelegt, dass innerhalb der Hochschule verstärkt der „Aufwand (u.a. Erfüllung der Kriterien des MWFK) und Nutzen sowie die Befürchtung, nur über die Stärkung der Wissenschaft zum Ziel der Kunstuniversität zu gelangen,“ thematisiert wird. Die Glaubwürdigkeit des Prozesses auf Seiten des MWFK wird aufgrund der ständigen „Änderung der ‘Spielregeln‘ zur Universitätswerdung durch das MWFK“ in Frage gestellt. Weiter heißt es dort: „Die stetig diskutierte Problematik betrifft die Gewichtung zwischen der Wissenschaft und der Kunst insbesondere an einer Kunsthochschule.“
Dennoch erfolgte am 21. April 2010 eine Beschlussfassung des Senats, mit der der Präsident beauftragt wurde, zur Unterstützung der Universitätsbestrebungen ein begleitendes Gremium zu gründen. Dieses geschah: Am 15. Oktober 2010 fand die konstituierende Sitzung des Gründungskuratoriums statt, dessen Aufgabe es gemäß Beschlussvorlage sein sollte, „eine Entscheidungsvorlage zu erarbeiten zu den Bedingungen der Umwandlung der HFF in eine Filmuniversität für die Hausleitung des MWFK und die Beratung der HFF Leitung und des Akademischen Senats bei der Realisierung der mit der Umwandlung verbundenen Aufgaben“.
Der am 16. Mai 2011 dem MWFK und parallel dem Gründungskuratorium zugeleitete Strukturentwicklungsbericht der HFF wurde von den Mitgliedern zur Kenntnis genommen und in der Kuratoriumssitzung am 08.07.11 als grundlegender und perspektivreicher Entwurf gewürdigt.
Die dritte Fakultät wurde, laut Protokoll der 5. Sitzung des Gründungskuratorium aus dem März 2011, Anfang 2010 gegründet. In diesem Protokoll wurde aber auch schon Skepsis hinsichtlich der Sinnhaftigkeit geäußert. Nach Besprechungen in Präsidium, Fakultätsräten und Senat wurde beschlossen, dass zum 1.1.2014 die Fakultätsstruktur geändert und aus den derzeit drei Fakultäten zwei Fakultäten geschaffen werden.
Mitglieder waren der UFA-Geschäftsführer Wolf Bauer, der Vorsitzende des Landeshochschulrates Prof. Dr. Rolf Emmermann, der Rektor der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) Prof. Klaus Jung, Prof. Dr. Clemens Klockner vom Landeshochschulrat, die Gründungsrektorin der Deutschen Universität für Weiterbildung, Univ.-Prof. Dr. Ada Pellert, die Vizepräsidentin der Hochschule für Musik und Theater Hannover (HMT) Frau Prof. Dr. Beate Schneider, die Präsidentin der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) Prof. Barbara Straka sowie der Rektor der Bauhaus Universität Weimar Prof. Dr. Gerd Zimmermann.