Die fünfte und vorletzte Sitzung des Gründungskuratoriums fand am 25. März 2012 im Beisein der Ministerin Sabine Kunst statt, die seit Februar 2011 im Amt war. Sie sagte eine baldige Klärung der nunmehr seit mehreren Jahren im Ministerium anhängigen Frage der Universitätswerdung zu und verwies zugleich auf den gerade begonnenen Arbeitsprozess der Hochschulstrukturkommission.
Am 3. August 2011 legte das Gründungskuratorium einen umfangreichen Arbeitsbericht mit Empfehlungen vor, der eine Vielzahl differenzierter und zukunftsweisender Überlegungen und Empfehlungen für die HFF enthielt, ebenso wie ein klares Bekenntnis zum Ziel der Universitätswerdung:
“Das Kuratorium unterstützt die HFF in ihrem konsequenten Bemühen, nunmehr als erste Filmuniversität in Deutschland eine erneute Alleinstellung zu erlangen. Der Weg zur Universitätswerdung ist der Weg zur Profilschärfung in der Synergie von Kunst und Wissenschaft in Forschung und Lehre, zur internationalen Anerkennung, zur Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit in einem von globalem Austausch geprägten Bildungssystem und Wachstumsmarkt der Kultur- und Kreativwirtschaft. Auf diesem Weg gibt es kein Zurück.”
Weniger klar fiel hingegen die Einschätzung gegenüber der Ambition zur Universitätswerdung bzw. ihrer inhaltlichen Unterlegung im Abschlussbericht der Hochschulstrukturkommission des Landes Brandenburg vom 8. Juni 2012 aus. Dort heißt es:
“Die HFF stellt sich im Hinblick auf die Perspektive einer Universitätswerdung nach Einschätzung der Kommission derzeit noch als deutlich zu selbstreferentiell dar. Die von der Hochschule als eine Begründung für die Universitätswerdung ins Feld geführte Differenzierung der Forschungsleistungen in „wissenschaftliche Forschung“, „künstlerisch-wissenschaftliche bzw. künstlerisch-technische Forschung“ und „künstlerische Forschung“ konnte die Kommission nicht überzeugen. Insbesondere blieb unklar, was unter dem Begriff der „künstlerischen Forschung“ zu verstehen sein sollte. Das bei der Begehung immer wieder betonte Selbstbild der „Schule“, deren Leistungen die Kommission hohen Respekt zollt, und der künstlerisch-wissenschaftliche Universitätsanspruch, der im Memorandum des Gründungskuratoriums für die künftige Filmuniversität erhoben wird, passen nach dem Eindruck der Hochschulstrukturkommission noch nicht ohne weiteres zusammen.”
Jedoch wurde die grundsätzliche Perspektive unterstützt:
“Dennoch spricht sich die Kommission dafür aus, die Entwicklung der Hochschule zu einer Filmuniversität ernsthaft zu erwägen und ggfs. voranzutreiben. Beispielhaft hat ein Gutachter der Hochschulstrukturkommission das Konzept einer „Universität des bewegten Bildes“ vorgestellt, das der Kommission als mögliche Option erscheint, die es zu prüfen lohnt. Kennzeichen und Besonderheit einer solchen Universität sollte die Einheit von Kunst und Wissenschaft sein.”